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Diese Review enthält SPOILER!

Ich liebe Lifetime-Filme. Die sind zwar furchtbar vorhersehbar, die Handlungen der Charaktere sind zum Augen rollen, aber die Filme sind immer super unterhaltsam. Man kann sich einfach eine Flasche Wein und Schokolade schnappen und für eineinhalb Stunden sein Gehirn abschalten – schließlich machen die Charaktere das in den Filmen ja auch. Da ist auch „Stranger in the House“ keine Ausnahme. Ich würde sogar behaupten das der Film noch etwas vorhersehbarer ist als vieles das Lifetime sonst so zu bieten hat.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Da Jade (Emmanuelle Vaugier) und ihr Mann Marco (Matthew MacCaull) verreisen wollen stellen sie Samantha (Jordana Largy) als Betreuerin für Jades kranken Vater Wayne (John Novak) ein, der nach einem Unfall, bei dem seine Frau gestorben ist, im Rollstuhl sitzt. Als Jade und Marco nach einem Monat zurückkehren sind Samantha und Wayne verheiratet. Wenige Zeit später stirbt Wayne bei einem „Unfall“ und Samantha erbt so gut wie alles, was Jade natürlich gar nicht gefällt. Also versucht sie zu beweisen das Samantha eine Betrügerin ist um ihr Vermögen zurückzubekommen und ihrem Vater Gerechtigkeit zu verschaffen.

Zuerst einmal kann man allein bei der Storyline nicht gerade von Originalität sprechen. Nicht nur das es ähnliche Fälle ebenfalls in der Realität gibt, diese wurden auch bereits schon mehrmals verfilmt. Aber Originalität kann man von einem Lifetime-Film auch nicht erwarten. Eigentlich kann man schon beeindruckt sein das nicht das Wort „Nightmare“ im Titel vorkommt. Dieses Wort mag Lifetime besonders gerne.

Alles an diesem Film ist vorhersehbar. Das Samantha nicht wirklich ihre große Liebe in Wayne gefunden hat weiß man sofort. Dafür reicht auch das durchlesen der Inhaltsangabe. Auch Jades Mann Marco ist sofort suspekt und natürlich stellt sich heraus das er hinter all dem steckt. Er und Samantha stecken gemeinsam unter einer Decke – wortwörtlich – um Wayne und Jade aus dem Weg zu räumen. Den Grund dafür erfährt man zwar erst am Ende, aber den kann man natürlich auch selbst erahnen. Jades Vater war in Geschäfte verwickelt, die anderen Menschen ihr Geld gekostet haben. Dazu macht Marco eine ziemlich passiv-aggressive Bemerkung gegenüber einem Geschäftspartner von Wayne. Da kann man wohl eins und eins zusammenzählen.

Nur Jade will diese ganzen Anzeichen nicht sehen. Ihren Vater scheißt sie zusammen, weil dieser Samantha bereits nach einem Monat geheiratet hat, aber sie kennt ihren Mann selbst nicht mal ein Jahr. Sie kennt weder seine Freunde, noch weiß sie viel über seine Familie. Er fängt Diskussionen mit Samantha an, die er (angeblich) kaum kennt und baut ein Haus, das aber gar nicht da ist. „Ich habe dir die falsche Adresse gegeben, da ich wusste das du dich nicht überraschen lassen kannst.“ „Ich habe die SMS, die für dich bestimmt war, versehentlich an einen Kollegen gesendet.“ Jade kauft ihm jede Ausrede ab. Und das als Anwältin. Von der würde ich mich nicht vertreten lassen wollen.

Samantha wird übrigens auch getötet – von Marco. Der hängt es aber Jade an, die daraufhin verhaftet wird. Natürlich sieht es für Jade nicht gerade gut aus. Immerhin hatte sie kurz vorher ein Buch nach Samantha geworfen, danach mit ihr Wein getrunken und dazu auch noch das Glas, mit ihren Fingerabdrücken, im Haus stehen lassen. Luke (Dan Payne), ein Detective, der ganz scharf auf Jade ist kommt das natürlich alles ganz spanisch vor und er glaubt nicht das Jade die Mörderin ist. Ob das nun daran liegt das alles nicht wirklich zusammenpasst oder er ihr einfach an die Wäsche will sei mal dahingestellt. Jedenfalls hilft er Jade bei der Suche nach dem Killer und verdächtigt sogar Marco (schlauer Mann). Aber Jade will das alles nicht hören. Alles was sie denkt ist „Können diese Bauchmuskeln lügen?“

Also geht sie nach Hause und lässt sich von ihrem Mann bekochen. Der hat auch schon eine Flasche Rotwein parat, gemischt mit ungefähr dreißig Schlaftabletten. Zugegeben, mit Wein könnte man mich auch in die Falle locken. Als Jade dann immer müder wird gesteht Marco ihr die Wahrheit. Seine Familie hat durch Wayne alles verloren blabla sind gestorben blabla und Jade hatte ja so ein gutes Leben blabla. Luke und Jades beste Freundin Chantal machen sich derweil Sorgen und fahren zu ihrem Haus. Komischerweise kommt Chantal früher dort an, obwohl Luke bereits unterwegs war. Vielleicht gab es auf dem Weg aber auch irgendwo einen Donutstand. Polizisten halt.

Chantal ist also allein (!) am Haus angekommen, NACHDEM sie erfahren hat das Marco ein Tatverdächtiger (!) ist. Sie klingelt, verlangt mit Jade zusprechen, stürmt ins Haus und dreht Marco dabei den Rücken (!) zu. Ich muss schon sagen, diese Frau macht ihrem Namen alle Ehre. Daraufhin rammt Marco ihr zweimal ein Messer in den Bauch. Bye Bye, Chantal. Jade ist derweil erwacht (Diese Schlaftabletten haben es echt nicht in sich) und schafft es zu fliehen. Luke gönnt sich zwischenzeitlich wohl noch einen Kaffee zum Donut. Im Duell zwischen Jade und Marco zieht sie ihm eine Schaufel über den Schädel, wobei er eine, zugegeben, ziemlich coole Drehung macht und dabei Jade den Arm aufschlitzt. Diese haut ihm daraufhin nochmal die Schaufel über und schon ist er erledigt. Wie erwartet ertönen danach endlich die Sirenen. Die Polizei ist da. Zu spät. Wie immer.

In einer kurzen Szene erfahren die Zuschauer das Jade das Geld ihres Vaters all denjenigen zurückgezahlt hat, die es damals verloren haben. So als vorbeugende Maßnahme, damit nicht nochmal jemand versucht sie abzufüllen und zu töten. Apropos abfüllen, am Ende des Films sollten dann auch die Zuschauer ihre Flasche Wein geleert haben. Wenn nicht fanden sie „Stranger in the House“ wohl eher weniger unterhaltsam.

Bewertung: 6/10

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