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Elf Jahre und zwölf Staffeln später hat mein Interesse an „Grey’s Anatomy“ kaum nachgelassen. Klar gab es in der Zeit Höhen und Tiefen, doch im Moment befindet die Dramaserie sich wieder in einer Hochphase und überzeugt mit spannenden, witzigen und emotionalen Storylines. In #12.21 You’re Gonna Need Someone On Your Side geht der Sorgerechtsstreit zwischen Callie und Arizona langsam in die ernste Phase, April und Jackson müssen sich erneut um ihr ungeborenes Kind sorgen und Amelia und Owen bekommen ihre Beziehung einfach nicht auf die Reihe.

„It’s harder to love somebody than to walk away from them.“

Ich mag Amelia. Ich mag ihren Charakter wirklich. Das war schon bei „Private Practice“ so und ist auch bei „Grey’s Anatomy“ nicht anders, aber bitte, reiß dich endlich zusammen Amelia. Entweder entscheidest du dich dafür mit Owen zusammen zu sein oder du lässt es bleiben. Nicht nur das diese Paarung schon von vorneherein meistens erzwungen wirkte, sie raubt einem als Zuschauer auch den letzten Nerv. Diese Hin- und Her zwischen den beiden läuft schon seit einer halben Ewigkeit und dabei muss man auch bedenken, dass es in der Serie allein nach Dereks Tod einen Zeitsprung von mehreren Monaten gab. Seit die beiden sich kennen geht das also insgesamt schon ca. zwei Jahre so. Zum Glück gibt es Meredith, die endlich mal Klartext spricht. „Stop the Drama. Just get on with it already“, sagt sie und bewirkt damit wahre Wunder. Am Ende der Episode steht Amelia vor Owen, und auch wenn die beiden sich einig sind, das sie es vermasseln werden wollen sie es dennoch versuchen. Und bitte Shonda Rhimes, belasse es vorerst dabei oder schicke Owen Hunt in die Schweiz. Seit Christinas Weggang ist dieser Charakter nämlich nur noch überflüssig und nervig.

Merediths Ansprache galt übrigens auch für Maggie und ihr Drama mit Andrew. Das hat sich ja nun aber bereits erledigt und ich frage mich, wohin das noch führen soll. Sowohl Maggie als auch Andrew wirken als wären sie schon längst darüber hinweg. Nach letzter Woche hatte ich die Vermutung das zwischen Maggie und Dr. Riggs, was laufen könnte und vielleicht wäre das gar nicht mal so schlecht. Dr. Riggs wirkt bisher eher noch wie ein Fremdkörper, da er nicht wirklich dazugehört. Er interagiert zwar mit den anderen Ärzten, aber eine wirkliche Bezugsperson fehlt ihm noch. Die Sticheleien von Meredith und Maggie, nachdem sie Owen und Amelia auf der Couch erwischt hatten, sorgten übrigens für einen hohen Unterhaltungsfaktor in der Episode.

„I chose me.“

„Es ist härter jemanden zu lieben, als sich einfach von der Person abzuwenden“, sagt Amelia zu Owen und das ist ein Thema, das sich durch die ganze Episode zieht. So auch bei Stephanie, die sich von Kyle trennt und das per Brief. Diese Handlung wurde vorher noch groß angekündigt und das Endergebnis war dann doch ziemlich ernüchternd. Da hatte ich irgendwie mit mehr gerechnet. Zumal einem das völlig kalt lässt. Die beiden haben sich vor zwei Episoden kennengelernt, in der letzten Folge miteinander rumgemacht und nun will man uns weiß machen das es ihr ja so schwer fällt sich von ihm zu trennen? Ich verstehe sowieso nicht, warum man in letzter Zeit den Fokus so sehr auf Stephanie legt. Manchmal hat man das Gefühl, man will sie zu einer Lightversion von Christina Yang machen, aber sorry, da kommt sie nicht mal annähernd heran.

Und für sowas vernachlässigt man Charaktere wie Alex, der eigentlich nur noch dazu da ist sich um Meredith zu kümmern oder mit Jo zu streiten. Amelias Satz trifft auch auf den Patientenfall der Woche zu, in dem ein verheirateter Mann ins Krankenhaus eingeliefert wird, der heimlich in seinen Türsteher verliebt ist. Sowas ist leider immer noch traurige Realität. Viele Männer (oder auch Frauen) leben lieber eine Lüge, weil es einfacher ist, statt zu riskieren mit der Person zusammen zu sein, die sie wirklich lieben. Und so gibt es auch für dieses Pärchen kein Happy-End. Zusehen wie der Türsteher von der Liebe seines Lebens, nach fünfzehn Jahren, weggeschickt wird, bricht einem wirklich das Herz.

„If you want your daughter you have to fight like you never fought.“

Der Sorgerechtsstreit zwischen Arizona und Callie spitzt sich weiter zu und die beiden müssen ihre Freunde und Kollegen darum bitten zu ihren Gunsten auszusagen. Auch wenn es Callies gutes Recht ist, wegzuziehen stehe ich hinter Arizona. Callie ist die ganze Sache einfach falsch angegangen und hat Arizona vor (fast) vollendete Tatsachen gestellt. Es wirkte so, als hätte Callie kaum darüber nachgedacht und würde Arizonas Mutterrolle gar nicht Ernst nehmen. Selbst wenn Callie die biologische Mutter ist, hat Arizona die gleichen Rechte. Penny kann einem da schon ein bisschen leidtun. Sie ist zwar eigentlich der Störenfried, wegen der dieses Drama erst zustande gekommen ist, aber ich weiß nicht ob sie es wirklich verdient hat immer so angeschnauzt zuwerden. Erst von Meredith und Amelia was ich bis heute noch lächerlich finde, da sie keine Schuld an Dereks Tod trifft und nun von Arizona, die, die Fassung verliert. Gerade deshalb ist es ihr hoch anzurechnen, dass sie Arizona nicht bei Callie anschwärzt. Es wäre aber wohl dennoch einfach das Beste für sie, wenn sie nach New York verschwindet.

Von Meredith bin ich ein wenig enttäuscht. Sie ist zwar mit Callie besser befreundet, aber gerade weil sie selbst Kinder hat, sollte sie sich da nicht auf eine Seite schlagen und auch Arizonas Sicht der Dinge verstehen. Alex tut das einzig Richtige und entscheidet sich für keine Seite. Arizona muss sich zudem um April und ihr ungeborenes Kind kümmern, denn fast sieht es so aus, als würde schon wieder gesundheitlich etwas nicht stimmen. Und gerade dann als sich April und Jackson endlich wieder annähern. Zum Glück ist dem aber nicht so. So grausam kann selbst Shonda Rhimes nicht sein. Diese Situation führt allerdings dazu das Arizona April und Jackson an einen anderen Arzt übergibt, was die einzig richtige Entscheidung ist. Freundin und Ärztin gleichermaßen zu sein würde nur zu unnötigen Problemen führen.

„You don’t have to like that he’s working here, but that’s what he needs to do.“

Das Verhältnis zwischen Bailey und Ben ist weiterhin angespannt, da Bailey es nicht gut heißt, dass er seiner Suspendierung umgangen ist und nun wieder in seinem alten Beruf arbeitet. Auch wenn ich kein großer Fan von Ben bin, kann ich ihn da schon verstehen. Ich hätte mir da auch nichts vorschreiben lassen, vor allem nicht wenn Bailey das Ganze zu etwas Persönlichen macht und ihn auf der Couch schlafen lässt. Es ist zwar sicher nicht einfach, aber man sollte Berufliches und Privates trennen. Ich finde aber auch gut das, durch Maggie und Dr. Riggs, beide Seiten beleuchtet werden und nicht nur eine Seite, als die richtige Seite dargestellt wird. Beide haben in dieser Situation sicher Fehler gemacht, aber zum Glück sehen sie es langsam beide an und sind wieder auf dem richtigen Weg. Wäre auch schade, wenn nun die nächste Ehe den Bach runtergehen würde.

Bewertung: 7,5/10

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