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Acht Staffeln lang begleiteten wir Richard Castle und Kate Beckett dabei, wie sie zusammen Mordfälle lösten, sich auf die Nerven gingen und letztendlich ineinander verliebten. Und es war die Chemie zwischen den beiden die, die Serie zu einem Hit machte. Leider hatte man davon in der achten Staffel nicht mehr viel gespürt. Von der wirren LokSat-Storyline bis hin zur unnötigen Trennung von Castle und Beckett gab es dieses Jahr viele Tiefpunkte. Und die Ankündigung das Staffel Neun ohne Stana Katic und Tamala Jones hätte auskommen müssen, gab der Serie den Rest. Vor wenigen Tagen wurde die Absetzung bekannt gegeben, und auch wenn ich großer Fan der Serie bin, bin ich froh darüber. Doch konnte das Serienfinale überzeugen?

Da bin ich leider geteilter Meinung. Als Staffelfinale wäre die Episode großartig gewesen, doch als Serienfinale will sie nicht so ganz funktionieren. Es gibt zwar schöne Momente zwischen Castle und Beckett, sowie ihren Freunden und Familien, aber irgendwie wirkt alles so gehetzt und unterkühlt. Von der Wärme und der Chemie der Charaktere ist nur wenig rübergekommen. Man hätte daraus lieber eine Doppelfolge machen sollen, doch man hatte sich wohl zu sehr darauf verlassen, dass es eine neunte Staffel geben würde. Nicht umsonst hatte man mit dem Cast, abgesehen von Stana Katic und Tamala Jones, bereits Verträge ausgehandelt. Aber da haben der Sender und die Fans den Machern wohl einen Strich durch die Rechnung gemacht, wofür wir mit einem zwanzig sekündigen Flash Forward bestraft wurden.

Damit springe ich auch gleich zum Ende der Episode, der für mich den größten WTF-Moment der Episode darstellt. Caleb Brown steht von den Toten auf, erschießt Castle und Beckett, bevor er selbst getötet wird und man sieht die beiden, sterbend und Händchen haltend, am Boden liegen. So wäre die Staffel wohl geendet und in der Premiere der neunten Staffel hätte man von Beckett’s Tod erfahren. Um erst mal zum Positiven zukommen: So vorhersehbar wie Caleb’s Tod zu Beginn der Episode war, so unvorhersehbar war sein Auftauchen am Ende. Das war’s dann aber auch schon. Als Cliffhanger für ein Staffelfinale hätte das ganze super funktioniert, obwohl beide schon ziemlich oft dem Tode ins Auge blicken mussten. Aber so spürte man richtig, dass einfach nur lieblos eine Auflösung drangeklatscht wurde.

In den zwanzig drangehängten Sekunden erfährt man das die beiden (erneut) überlebt haben und sieben Jahre später immer noch verheiratet sind und drei Kinder haben. Das ist alles ganz schön und passt auch zu der Episode mit dem Mann, der die Zukunft vorausgesagt hatte, aber es wirkt auch alles ziemlich bizarr und wie ein Traum. Eine Halluzination von Castle, während er stirbt. Wahrscheinlich wäre es das auch gewesen und Staffel Neun hätte damit begonnen und wäre dann zu Becketts Grab umgeschwenkt. Mit dem Gedanken im Kopf finde ich dieses Ende dann doch besser als eine Staffel ohne Stana Katic. Perfekt oder wenigstens besser wäre es gewesen, man hätte die Caleb Brown-Szene komplett rausgeschnitten und hätte die beiden auf ihre gemeinsame geplante Reise geschickt.

Ansonsten hatte man aus der Episode noch alles rausgeholt, was ging, wenn man bedenkt, dass sich kaum jemand für die wirre LokSat-Storyline interessierte. Es gab viel Action, zwei bis drei lustige Sprüche fielen, alle haben zusammengearbeitet und es gab schöne Momente zwischen allen Beteiligten. Und mit Mason als LokSat hatte ich nicht gerechnet – größtenteils, weil ich mich kaum an ihn erinnern konnte. Ich dachte ja, es wäre Rita oder Castle’s Vater. Etwas vorhersehbar war es das Beckett im Auto bereits wusste, das Mason LokSat ist und auch seine Überwältigung war etwas kurz geraten. Da wäre eine Doppelfolge wieder angebrachter gewesen. Oder man hätte die Szenen zwischen Vikram und Beckett rausgeschnitten. Da hat man nur noch mal gemerkt, was für ein unnötiger Charakter er gewesen ist. Da ist sogar Hayley ein wichtigerer Charakter in der Serie – und ein interessanterer dazu.

Kevin und Esposito haben sich noch mal von ihrer besten Seite gezeigt, indem sie Beckett unterstützten, kamen aber etwas kurz. Genau wie Martha, Alexis und Lanie, die vielleicht in zwei Szenen zusehen war. Ziemlich schwacher Abschied, wenn man bedenkt, dass es auch ihre letzte Episode gewesen wäre. Aber das ist zu verzeihen. Immerhin hat man nur knapp vierzig Minuten Zeit und man legte den Fokus da natürlich auf die beiden Hauptdarsteller. Insgesamt war es ein sehr gutes Staffelfinale, und wenn man es als Serienfinale betrachtet, geht es, bis auf das Ende, auch gerade noch okay.

Okay – so könnte man die achte Staffel im Allgemeinen bezeichnen. Sie hatte ihre Tiefpunkte, aber auch starke Momente und für mich war die Serie noch immer unterhaltsam. Trotzdem bin ich froh das man sich dazu entschieden hat die Fans zu respektieren und die Serie mit den beiden Hauptdarstellern zu beenden, statt sie noch weiter zu melken und völlig zu ruinieren. Ich werde „Castle“ zwar vermissen, aber man hat sieben tolle bis gute Staffeln und eine solide Finalstaffel, auf die man positiv zurückblicken kann. Und dafür sollte man als Zuschauer dankbar sein. Ich bin es auf jeden Fall.

Bewertung: 7,5/10

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