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„Famous in Love“ ist ein neues Teeniedrama, das wiedermal auf einem Buch basiert und ein Zuhause auf dem US-Sender „Freeform“ gefunden hat. In der Serie spielt Bella Thorne eine Studentin namens Paige, für die nach einem Filmcasting ein völlig neues Leben beginnt. Die Review erhält selbstverständlich Spoiler.

Eigentlich wollte ich mir „Famous in Love“ nicht anschauen. Ich habe zurzeit irgendwie genug von Teeniedramen, außer sie sind düster angehaucht, wie „Tote Mädchen lügen nicht“. Im Vorfeld hatte ich mir den Trailer angeschaut und die Show wirkte wie eine Serienversion von Filmen wie „Plötzlich Star“ oder ähnlichen Streifen und darauf hatte ich nur wenig Lust. Das die erste Staffel sofort komplett zur Verfügung stand hat mich dann aber doch dazu bewegt der Serie eine Chance zugeben. So konnte ich diese in einem Rutsch schauen und mich nicht dazu verpflichtet fühlen jede Woche einzuschalten, selbst wenn mir die Serie nicht gefallen hätte. Denn wenn ich eine Serie anfange, dann schaue ich sie auch bis zum Ende. So furchtbar war „Famous in Love“ dann auch gar nicht. Aber auch nicht wirklich überzeugend.

Die meisten Teenieserien fangen durchschnittlich an, steigern sich dann allerdings nach vier oder fünf Episoden, indem überraschende Wendungen eingebaut und die Spannungsschraube angezogen wird. Die sucht man in dieser Serie allerdings vergeblich. Die Serie verläuft sehr geradlinig – sei es die Enthüllung, wer Rainers Vater ist oder das Jordan einen Menschen ermordet hat – nichts schockiert wirklich. Man hat alles schon einmal in anderen Teenieserien gesehen und das dazu um einiges besser. Zwar kommt keine Langeweile auf, doch so mitfiebern, wie einst bei „Pretty Little Liars“ oder „O.C. California“ tut man nicht. Das Staffelfinale zeigt dann immerhin das Potenzial da ist, um eine unterhaltsamere zweite Staffel zu kreieren. Ein Nebencharakter wird ermordet und das „Wer hat es getan?“ könnte für mehr Spannung sorgen, sollte die Serie verlängert werden.

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Bis zur (möglichen) zweiten Staffel sollte das Cast vielleicht noch einmal eine Schauspielschule aufsuchen. Es ist nicht so, als gäbe es einen kompletten Totalausfall, doch ein großer Teil des Cast wirkt total steif. Man merkt den meisten an das sie nur eine Rolle spielen und viele Szenen wirken furchtbar gestellt. Jedes Mal wenn Tangey Jordan eine geknallt hat, hat meine Hand gegen meinen Kopf gehauen, da diese Szenen einfach nicht gut gespielt sind. Man schämt sich fast schon ein wenig fremd. Dadurch fällt es auch schwer, eine Verbindung mit den Charakteren herzustellen. Zwischen Bella Thorne, der Hauptdarstellerin, und dem Rest des Cast ist kaum Chemie vorhanden. Ich mochte Bella in „The Duff“ und ihrer kurzen Rolle in „Scream“, wo sie ihre bitchige Seite zeigen konnte, doch hier versucht sie krampfhaft witzig zu sein. Vielleicht liegt ihr die Rolle des guten Mädchen von nebenan einfach nicht.

Zu den Lichtblicken gehören Cassie, gespielt von Georgie Flores und Jake, gespielt Charlie DePew. Die beiden Charaktere wirken sympathisch, nur wenig gestellt und wachsen einem schnell ans Herz. Das Cassie als nackte Putzfrau arbeitet, ist zudem recht edgy für den Teeniesender „Freeform“. Auch Alexis, gespielt von Niki Koss, gehört zu den besseren Darstellern im Cast. Ihr Charakter ist zwar anfangs das typische Mean Girl, doch schnell zeigt sich, dass in ihr auch eine weichere Seite steckt und man verleiht dem Charakter die nötige Tiefe.

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Nina, gespielt von Perrey Reeves, erinnert an Constance Zimmer aus „UnReal“. Nicht nur optisch, sondern auch vom Charakter her. Möglicherweise ist das beabsichtigt, denn wie bei „UnReal“ gewährt auch „Famous in Love“ einen Einblick hinter die Kulissen von Hollywood – jedoch mit mehr Klischees. Zwar kann ich mir vorstellen das einiges aus der Serie auch im wahren Hollywood vorkommt, dennoch wirkt es so, als hätte man es für das Fernsehen übertriebener dargestellt. Im Laufe der ersten Staffel gibt es nur vereinzelt packende Momente, beispielsweise hat mich eine Szene zwischen Jordan und seiner Mutter ein wenig berührt, doch wirklich mitreißen tut einen die Serie nicht. Dafür ist sie einfach zu seelenlos.

Für einen netten Abend auf der Couch, zusammen mit einem Glas Rotwein, ist „Famous in Love“ als Unterhaltungsprogramm ganz nett, doch wenn man wirklich ein Teeniedrama sucht, bei dem man mitfiebern kann, ist man hier an der falschen Adresse. Die Serie wurde als das neue „Pretty Little Liars“ beworben, erreicht aber nie dessen Unterhaltungswert oder Spannung. Das Cast ist schwach, die Storylines ideenlos und sollte die Serie wirklich verlängert werden müssen die Macher der Serie eine gewaltige Schippe oben drauflegen.

Bewertung: 6/10

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